Musikverein Forchheim-Buckenhofen e.V.
Mal "drüber – mal drunter legen
Am Oldie-Probenwochenende in Heiligenstadt haben wir gelernt, wie das geht.
Oldie-Proben-Wochenende! Mancher mag sich denken, "o Gott, wie anstrengend!". Na ja, ein Kinderspiel war es wohl für unsere Bläser nicht. So äußerte zum Beispiel Siggi: "Ich glaub ich hab' nen Balkon vor den Lippen". Aber alle waren hellauf begeistert von den zwei Tagen. Wir konnten uns so richtig Zeit nehmen, um uns der Pflege unseres Hobbies zu widmen. Nicht im Schnelldurchgang wurde geprobt, sondern durchdacht, zielstrebig und erfolgsorientiert. So mancher "Schlenkerer" der sich eingestellt hatte, konnte endlich mal "ausgemerzt" werden.
Unser musikalischer Leiter, Andreas Bauer, hatte sich für dieses Wochenende viel vorgenommen. Nein, er tat es nicht als nebensächlich ab, sondern hatte sich intensiv vorbereitet und mit den Musikern ein durchdachtes und abwechslungsreiches Programm durchgezogen. Intonation, Klang, Zusammenspiel, Anspieltechnik, Gehörschulung, rhythmische Feinheiten und Artikulation vertieften die Musiker in lockerer Athmosphäre. Den intensiven Satzproben folgte ausführliche Orchesterarbeit. "Habt ihr gehört, was die Querflöte gerade gespielt hat?" Keiner hatte es gehört, weil jeder zu sehr mit seinem Instrument beschäftigt war.
Uns wurde gelernt, die Gesamtheit des Stückes zu hören und sich einzubringen, ohne zu übertönen. "Manchmal muss man darüber stehen, manchmal sich darunter legen". Was das bedeutet, und wann das anzuwenden ist, dafür wollte uns Andreas Bauer sensibilisieren. Es ist ihm auch gelungen, und das Ergebnis konnte sich hören lassen. Und schließlich bekamen wir alle mit, wie die Querflöte klingt,und zusammen mit den einzelnen Stimmen zu einem schönen Gesamtklang des Muskstückes wird.
Den Klarinettensatz hatte Lisa Schlund in Schwung gebracht. Nicht mehr zaghaft "legten sie sich immer darunter", nein selbstbewusst spielten sie an den wichtigen Stellen ihre Stimme in gekonnter Weise und waren eine Bereicherung für das gesamte Orchester. Auch die Schlagzeuger haben die Satzproben intensiv genutzt, um ihre Fähigkeiten besonders am Drumset auszubauen. "Fascinating Drums" hatten sie sich vorgenommen und beim Zusammenspiel mit den Bläsern konnten sie ihre Erfolge vorweisen. Wie fein man eine Snare, aber auch die Becken spielen muss, lernten sie in den Gesamtproben. Genauso galt für das Schlagwerk die Devise: Nicht übertönen, sondern das Musikstück gestalten und sich anpassen.
Wurde nicht geprobt, wurde meistens gelacht. Im Familienzentrum in Heiligenstadt trug die Wohlfühlathmosphäre ebenfalls zu der guten Laune bei. Durchwegs waren alle Musiker bester Laune, sie plauderten viel und hatten einen riesen Spaß. Ein spontanes Ständerla im Garten des Seniorenwohnheim wurde hocherfreut von den Bewohnern beklatscht.
Dieses Wochenende hat für die Gemeinschaft sehr viel beigetragen, und musikalisch haben wir zahlreiche Highlights erlebt. Wir haben gelernt, Musik zu genießen, nicht nur die eigene Stimme durchzusetzen, sondern auch ein Ohr für unsere Musikerkollegen zu haben. Die eigene Stimme aber müssen wir so gut, wie es uns möglich ist, in die Gesamtheit einfügen. Ja und wenn es angebracht ist, sich "darunter legen".
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Gitta Lauger